Bundeslehrgang Heki Technik

 

Bad Dürkheim, 19. / 20 November. Unter der Leitung von Connie Brandl-Hoff und Fritz Eicher trafen sich 31 Kyujin sich zum zweiten Bundeslehrgang „Heki Technik“ in Bad Dürkheim. Die Schwerpunkte der Veranstaltung bildeten die Vorträge der beiden Lehrer, sowie das praktische Umsetzen der Inhalte während intensiver Schießeinheiten mit Einzelkorrektur. Fast ein Drittel der Teilnehmer kamen von Vereinen des Landesverbandes Baden-Württemberg.

 

Fritz eröffnete das Seminar mit einem Heki Taihai, wobei Connie auf den Unterschied zum Yawatashi hinwies. Nach vier Pfeilen zum Einschießen arbeiteten die Teilnehmer in Kleingruppen, wo die Möglichkeit zur Einzelkorrektur durch die beiden Leher bestand. Im anschließenden Theorieteil erörterte Connie die sechs Grundregeln für das  Treffen auf Basis der Schriften von Urakami Sensei (Kyudo Oyobi Kyudoshi) sowie einem Vortrag von Sekine Sensei vom Heki-Sommerseminar 20116 in Düsseldorf. Dabei wies Connie im besonderen auf die Bedeutung, sich immer wieder mit diesen Texten auseinander zu setzen. Allerdings sollte man dies nicht nur alleine tun, sondern auch andere Möglichkeit nutzen, die Sichtweise auf diese Texte zu erweitern, woraus sich in der Folge neue Einsichten und ein tieferes Verständnis ergäben.

 

In seinem Theorieteil ging Fritz auf die Bedeutung von Hineri und Fuseru mit Bezug auf die Paragraphen 3 (Hokubuse No Kane) und 9 Tsume No Koto und vor allem auf seine Bedeutung beim Schießen auf die 28m-Distanz.  Als die Vorteile von Hineri und Fuseru wurde u.a. genannt, dass durch diese Bewegungen das Zielen optimiert wird, da der Bogen eine höhere Stabilität erreicht, aber auch, dass mit Hineri und Fuseru eine Vergrößerung des Nobiai mit der Folge einer erhöhten Energie in das System Bogen, Sehne Pfeil stattfindet. Nicht zuletzt erklärte Fritz, wie Hineri den Weg der Sehne verändert, wodurch Verletzungen beim Vorschnellen der Sehne zum Beispiel am Ohr oder linkem Unterarm vermieden werden können. Für die Ausführung von Fuseru und Hineri kann nicht überbetont werden, dass diese beiden Bewegungen immer im Gleichgewicht sein müssen, da ein einseitiges Übergewicht zu typischen Fehlschüssen führt. Bezüglich des Krafteinsatzes gilt, diesen kontinuierlich ab Yugamae über Sanbunnoni zu steigern und bis zu einem Maximum ins Zanshin zu führen.

 

Einen Schwerpunkt des zweiten Seminartages bildete die Arbeit in der Kleingruppe mit dem Thema „Beobachtungsübung für Hitote“, wozu ein Schütze von drei Beobachtern mit den Perspektiven „Körperseite vorne“, „Körperseite rechte Schulter“ und „Körperrückseite“ „umstellt“ wurde. Dazu erhielten die Teilnehmer ein Papier zu den einzelen Perspektiven, auf dem die Beobachtungen fest gehalten werden sollten.

 

In der abschließenden Feedbackrunde betonten einige Teilnehmer die Schwierigkeit, das Gesehene beim Hitote so schnell in Worte fassen zu können. Dazu fehle in aller Regel die Gelegenheit dies zu üben. Insgesamt herrschte die Überzeugung vor, dass Inahlt, Struktur und Durchführung des Lehrgangs sehr gut geeignet waren, die eigene Einsichten zu vertiefen und die Optimierung der persönlichen Schießtechnik zu fördern. Hinweise auf ein noch effizienteres Nutzen der zur Verfügung stehenden Zeit nahmen Connie und Fritz gerne auf.

 

Ein großes Dankeschön gebührt den Helfern vom Bad Dürkheimer Dojo, ganz besonders aber  Birgit Eichers Team, das wieder einmal für das leibliche Wohl der Teilnehmer auf Drei-Sterne-Niveau gesorgt hatte.

 

Rolf Gückel

Foto: Rolf Gückel