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Erster Landeslehrgang für Makiwara-Schützen

Nagold. Mit der Ausrichtung eines Landeslehrgangs feierte die erst ein Jahr alte Kyudo-Gruppe im VfL Nagold gleich zwei Premieren. Zum einen, weil es der erste Kyudolehrgang in Nagold war, zum andern, weil dieser Lehrgang sich ausschließlich an junge Makiwara-Schützen wendete und damit der erste seiner Art auf Landesebene war. Insgesamt folgten 17 Teilnehmer aus mehreren Bundesländern der Einladung.

 

Lehrgangsleiter Peter Knipper (4.Dan) erläuterte die thematischen Schwerpunkte wie Aufbau und Beibehaltung der drei großen Kreuze (Schulterlinie, Hüftlinie, Füßelinie jeweils zur Körpersenkrechten) zur Erlangung einer stabilen Körperform, aber auch die korrekte Ausführung des Te no uchi. Im Praxisteil bestand ausgiebig die Möglichkeit zum intensiven Üben der Lehrinhalte und Korrekturempfehlungen.

 

Nach der Mittagspause bekamen sechs Lehrgangsteilnehmer Gelegenheit, sich zum 5. und 4. Kyu prüfen zu lassen. Alle sechs Teilnehmer schlossen ihre Prüfung erfolgreich ab.

 

Mehrere Pausen mit Verpflegung boten nicht nur die Möglichkeit zur Stärkung und Erholung vom recht intensiven Üben, sondern auch zum gegenseitigen Kennenlernen und Erfahrungsaustausch. Dabei wurde u. a. der Wunsch nach einem Folgekurs im nächsten Jahr geäußert.

 

Ein ganz besonderer Dank gilt den Helfern der Kyudogruppe Nagold, die nicht nur für eine ausgezeichnete Verpflegung sorgten, sondern auch eine reibungslose Organisation dieses ersten Landeslehrgangs in Nagold gewährleisteten.

 

Text: R. Gückel

Die Teilnehmer des ersten Landeslehrgangs in Nagold.                                                                                            Bild: P. Knipper

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Trainerfortbildungsseminar in Stuttgart

Stuttgart. Feliks Hoff (6. Dan Kyoshi) und Conny Brandl-Hoff (5. Dan Renshi) referierten und moderierten ein umfangreiches Upgrade und Update zum Themenschwerpunkt Taihai allgemein und dem ANKF-Taihai im Besonderen. Neben Vorträgen zur geschichtlichen Entwicklung des Taihais sowie dem Einfluß der Ogasawara-Schule auf die Etikette bis in die Jetztzeit des japanischen Alltags wurden wesentliche Inhalte des Taihai, Auswirkungen auf das Schießen, Fehlermöglichkeiten und Korrekturansätze, Shitsu, Kaizoe-Rolle sowie grundlegende Bewegungsformen für Steher und Knieform und ihre Auswirkung auf die Gruppendynamik eines Tachi dargelegt und in der Gruppe erarbeitet. Die Teilnehmer konnten dabei nicht nur von dem umfangreichem Wissen der Kursleiter profitieren sondern auch von sehr instruktiven Übungen hierzu, die neue erfrischende Ideen und didaktische Übungsansätze für den Unterricht eröffneten.

 

Ein herzliches Dankeschön für diese sehr gelungene Veranstaltung an Feliks, Connie und das Team vom Dojo Stuttgart! (Text: Wolfgang Strobel)

Die Teilnehmer des Fortbildungsseminar für Trainer im Stuttgarter Kyu-Dojo.                                                      Bild: P. Knipper                                                                        

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Europameisterschaft die Dritte

 

Frankfurt. Bei den jüngsten Europameisterschaften holte Michael Brettschneider vom Budo Club Karlsruhe zum dritten Mal in Folge mit der Mannschaft den Titel des Europameisters. Der KyuVBW gratuliert ganz herzlich zum erneuten Europameistertitel.

 

Erst Moskau, dann Amsterdam, jetzt Frankfurt: Das Team des Deutschen Kyudo Bund ist aktuell nicht zu schlagen. In der 14. Auflage der Europameisterschaften holten die Schützen des Team Deutschland 1 mit Michael Brettschneider (Baden-Württemberg), Boris Proppe (Berlin), Tobias Oswald (Hessen) mit 29 von 48 möglichen Treffern den Titel des Europameisters.

 

Für Michael Brettschneider war die Freude über den Titel besonders groß, da er nun bereits zum dritten Mal in Folge mit der Mannschaft ganz oben auf dem Treppchen bei einer Europameisterschaft steht. Dabei war der diesjährige Wettbewerb mit 22 Teams aus 16 Nationen wieder sehr stark besetzt. Obwohl das Ergebnis von 29 Treffern letztlich einen recht deutlichen Abstand zu den 25 Treffern der zweitplatzierten Mannschaft aus Frankreich markierte, sorgten beide Teams bis zum Schluss für absolute Hochspannung: Nach der dritten Runde stand es nämlich 20:20. In der vierten und entscheidenden Runde zeigte dann vor allem Michael Nervenstärke, indem er mit seiner ganzen langjährigen Wettkampferfahrung und vier satten Treffern genau die richtige Antwort auf seine null Treffer der dritten Runde gab.

 

Nicht unerwähnt sollte das Ergebnis der Einzelmeisterschaft dieser Europameisterschaft bleiben, bei der Jenni Zimmer (Mecklenburg-Vorpommern)  mit neun von zehn Treffern den Titel des Europameisters ebenfalls nach Deutschland holte.

Text: R. Gückel

Die Sieger der Europameisterschaft. Vordere Reihe das Siegerteam 1 Deutschland mit Michael Brettschneider, Boris Proppe, Simon Grunert, Tobias Oswald (von links). Rechts daneben: Jenni Zimmer, Gewinnerin des Einzelwettbewerbs.

Foto: R. Vasudevan

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Intern. Heki-Taikai: BCK holt Vize-Titel in Ungarn

Hajdunanas / Karlsruhe. Mit Bärbel Stenftenagel, Otmar Hirth, Harald Kühn und Michael Brettschneider holte sich die Mannschaft des Budo Club Karlsruhe beim 9. Internationalen Kyudo Turnier in Hajdunanas den 2. Platz! Nach gutem Start, und zwei schwächeren Zwischenrunden lag das Team des BCK vor der Pause nur im Mittelfeld, konnte dann aber in den letzten zwei Runden dank seiner Routine und Erfahrung das junge ungarische Team noch auf Platz 3 verweisen. Michael Brettschneider wurde als bester Einzelschütze der Teamwertung ausgezeichnet. Durch diesen erneuten Erfolg führt der BCK weiterhin die Siegerrangliste beim Internationalen Heki Taikai an.

 

Der KyuVBW gratuliert ganz herzlich!

Text: M. Brettschneider, Foto: O. Hirth

Das Team des BCK mit Bundestrainer v. l.: Harald Kühn, Michael Brettschneider, Mori Sensei, Bärbel Stenftenagel, Otmar Hirth.

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Frühjahrs-Gasshuku mit Mori-Sensei

Karlsruhe. „Wenn keine Liebe zwischen Schülern und Lehrer fließt, ist der Unterricht untauglich.“

Mit diesem Zitat aus den Gesprächen von Johann Peter Eckermann mit Goethe umriss Mori Sensei die grundlegende Haltung zwischen Trainer und Schülern. Während des dreitägigen Trainerseminars, das die Kyudoabteilung des Budo Club Karlsruhe anlässlich ihres 40 jährigen Jubiläums ausrichteten, stand neben der Einstellung und Haltung der Trainer beim Unterrichten vor allem das individuelle Üben im Vordergrund.

Die Gruppe war gut gemischt aus Trainern und Trainerinnen mit langjährigen Erfahrungen und einigen „Newcomern“ mit großem Wissensdurst. Beim Vorschießen bekam jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer Übungsaufgaben und hilfreiche Hinweise für das eigene Schießen. Mori Sensei widmete sich an allen Tagen mit großer Aufmerksamkeit und Geduld den Fragen und Belangen. Dank der gewissenhaften Übersetzung von Manfred Speidel und den beigefügten Erläuterungen von Feliks Hoff konnte die Gruppe weitere Facetten und Inhalte der Heki Schule kennenlernen.

Mori Sensei stellte eine Typisierung von Schützen vor, die zu Edozeiten in der Sekka-ha Schule beschrieben wurde. Man definierte fünf Gruppen mit unterschiedlichen Merkmalen: Temai Ite - der schön schießende Schütze, Seiki Ite - der kräftige und lebendige Schütze, Tekiki Ite - der exzellent treffende Schütze, Goukyu Ite - der Schütze, der einen starken Bogen ausdauernd schießen kann und Koushi Ite - der exzellente Lehrer, der nicht zwingend ein exzellenter Schütze sein muss, aber in der Lage ist, das Schießen und theoretische Inhalte zu vermitteln. Zu Kriegszeiten waren vor allem die kräftigen, exzellent treffenden und ausdauernd schießenden Schützen wichtig. In Friedenszeiten, wie wir sie jetzt erleben, ist der exzellente Lehrer von großer Bedeutung.

Davon ausgehend hat Mori Sensei im Jahr 2016 auf seiner Europareise die Schießtechnik von 204 Schützen analysiert. Er konzentrierte sich bei jedem Schützen auf zwei markante Fehler / Mängel. Die Auswertung ergab, dass zirka 23 Prozent der Mängel im Zusammenhang mit dem Tsunomi no Hataraki standen. Zirka 17 Prozent der Fehler veränderten die Form des Tenouchi bis zum Hanare. Zirka 14 Prozent zeigten Mängel in Bezug auf das Hanare selbst. Eine Gruppe von zirka neun Prozent wiesen Fehler beim Zanshin auf. Fehlerhaftes Aufziehen sowie Mängel im Zusammenhang mit Tsumeai, Nobiai, Nerai, Probleme mit dem Material, mentale Planung, Yurumi, Metsukai, Uchiokoshi, Bikkuri und Monomi umfassten zusätzlich auftretende Mängel.

Mori Sensei vermittelte die Wichtigkeit, dass die Schülerinnen und Schüler selbst ein Verständnis entwickeln, den Fehler wahrzunehmen, Bewegungsabläufe zu planen und die Erfahrung der Bewegung zu erweitern. Trainer seien aufgefordert ihre Beobachtungsfähigkeit zu schulen und mit einer Haltung von Sympathie und Aufmerksamkeit die Gefühle, Ängste und Befindlichkeiten wahrzunehmen. In solch einer Atmosphäre von Wohlwollen und Einfühlungsvermögen herrsche ein optimales Lernklima.

Und genau das prägte die Tage während des Gasshuku. Dankbar und bereichert verabschiedeten sich die Teilnehmer von ihrem Bundestrainer, der erneut den weiten Weg aus Japan auf sich genommen hat, um die Teilnehmer ganz im Sinne des Goethezitats mit seinem Wissen und großen Wohlwollen zu unterstützen.

Die Karlsruher Trainergruppe freute sich sehr über die Glückwünsche und freundlichen Worte, die Connie Brandl-Hoff in ihrer Funktion als Vizepräsidentin Ausbildung zum 40 jährigen Jubiläum der Kyudoabteilung übermittelte. Ein besonderer Dank sei an dieser Stelle allen Helfern und Helferinnen ausgesprochen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.

Text: M. Gröger-Schaffer, Foto: O. Hirth

Ein lehrreiches und spannendes Wochenende erlebten die Teilnehmer beim 1. Gasshuku 2017 in Karlsruhe unter der Leitung von Bundestrainer Mori Sensei, Bildmitte vorne, links daneben Manfred Speidel, rechts Feliks Hoff.

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Foto: S. Brendel

Foto: S. Brendel